In Reiseführern heißt es über die Hauptstadt von Uruguay: „Die Stadt verzaubert mit morbidem Charme“. Und das trifft es ganz gut, die vielen alten, protzigen Fassaden wirken leider ziemlich heruntergekommen. Die Straßen wirken ab 21 Uhr, auch am Wochenende, teils wie leer gefegt, und auch tagsüber kommt keine wirkliche Großstadthektik auf. Das macht die Stadt aber auch sehr gemütlich und gelassen, perfekt, um erst mal ein paar Tage herunterzukommen. Unser Hostel liegt mitten in der Altstadt. Von hier aus ist es auch einen Katzensprung zum Hafen. Da sind wir gleich am ersten Tag vorbeigelaufen, denn irgendwo dort muss unser Bus sein… hoffentlich!

In der Altstadt finden sich richtig schöne Läden und Cafés. Leider müssen wir schon wieder feststellen, dass wir unbedingt unser Spanisch verbessern müssen bzw. erst mal richtig Spanisch lernen müssen! Hier spricht tatsächlich fast niemand Englisch, also ran an Babbel, Wörterbuch und diverse Spanisch-Apps…

Sehenswert in Montevideo sind auch die Ferias de Tristán Narvaja, ein traditioneller Flohmarkt, der sich jeden Sonntag über mehrere Blocks in der Stadt ausbreitet. Verkauft wird hier alles, Gemüse, Obst, Käse, Hunde, Hühner, Fische, Werkzeug, Bücher und vieles mehr, was bei uns zuhause längst im Müll gelandet wäre… Und Maté-Equipment: anfangs waren wir verdutzt, denn fast alle Einheimischen tragen zu jeder Tageszeit unter ihrem Arm eine große Thermoskanne mit sich herum, in der Hand den zugehörigen Becher plus einen Metalltrinklöffel mit Sieb. Die Uruguayaner (heißen die so??) trinken wohl furchtbar gern Maté-Tee – am liebsten auch unterwegs immer frisch mit heißem Wasser aufgebrüht. Jedes südamerikanische Land hat bei Zubereitung und Mahlgrad des Tees wohl seine eigenen Vorlieben, wir werden’s ausprobieren, bisher ist uns Maté eigentlich nur in Form von Club Mate bekannt.