Nach unserem spontanen Feiertagsurlaub in Gnrl. Piran haben wir uns dann an die Küste verzogen – ein paar schöne Strand- und Kite-Tage in Mar Chiquita und Mar del Cobo, dann ging’s weiter zu Walter, einem Bekannten von Tobi’s Eltern, nach Carmen de Patagones. Hier haben wir ein schönes Silvester direkt am Rio Negro verbracht, mit – wer hätt’s gedacht – viel Wein und Fleisch… Glücklicherweise ist Walter Besitzer einer Rinderfarm. Hier leben ca. 2500 Kühe auf 40 x 10 km Land und ernähren sich glücklich und zufrieden von Gräsern und produzieren Kälber. Aktuell war zufällig Besamungszeit der Kühe. Auch hier wird neben der Besamung durch die ralligen Bullen auch Samen prämierter Bullen eingekauft und vom Tierarzt künstlich appliziert. Dazu müssen die läufigen Tiere in einer Herde von 100-150 Tieren erkannt und aussortiert werden – eine läufige Kuh erkennt man ganz einfach daran, dass sie von einer anderen läufigen Kuh besprungen wird und dabei nicht flüchtet. Wir durften beim Aussortieren der läufigen Tiere sogar mithelfen. Man stellt sich als Hobby-Gaucho einfach stundenlang mitten in eine Kuhherde, am besten bewaffnet mit Fernglas, Zettel und Stift, um die Nummer auf dem Ohrclip der Kuh dann zu notieren. Auf der Größe von vier Fußballfeldern muss dann jene ertappte Kuh aus den über 100 Tieren verfolgt und in ein Gatter getrieben werden – klingt unmöglich, funktioniert aber tatsächlich und macht auch noch Spaß! Dort bleiben die Tiere dann und warten auf den Tierarzt, der sie dann „mit Arm im Loch“ besamen darf – ganz einfach!
Die komplette Bewirtschaftung der Farmen und das Management von Besamung, Kontrolle und Verkauf der Kühe ist natürlich im Ganzen nicht so einfach, da bedarf es schon wirklich einiges an Organisation, schon allein wegen der Fläche der Farm und der Anzahl der Tiere. Jetzt haben wir wirklich einen großartigen untouristischen Eindruck in die Bewirtschaftung und das Gaucholeben bekommen – zu den Ursprüngen unseres geliebten Steaks…
Vielen Dank, Walter, für den spannenden Aufenthalt bei dir und vor allem für die grandiose Bewirtung (auch wenn wir dank dir jetzt echt einige angefutterte Kilos herunterhungern müssen…)!!! Wenn wir nicht mehr zurückkehren, macht Tobi eine Ausbildung zum Gaucho und ich werden die Besamung übernehmen – stopp, da sind eventuell meine Arme zu kurz…!?!