Wo ist denn der Eimer für das Toilettenpapier? Ach, das darf in die Schüssel? Wirklich? Der Wasserhahn, der funktioniert. Komisch. Zehn Euro möchten Sie für die paar Semmeln und Baguettes?? Ist das Ihr Ernst? Wo sind denn heut die Wackelpuddingverkäufer auf der Straße? Die spielenden Kinder, die Hunde, ja, die ganzen Menschen? Die sind doch nicht etwa alle IN ihren Häusern? Die hupenden und blinkenden Autos kann ich heut auch nicht sehen. Ist heute wirklich verdammt ruhig auf der Straße. Und überhaupt, warum drängelt denn jetzt hier keiner am Ticketschalter?!?? Was? Ach ja, das ist Europa, Deutschland. Hätte ich fast vergessen.

Für sieben Wochen haben wir unsere Reise unterbrochen und unser Zuhause besucht. Weiß, kalt und wunderschön war’s da! Wir haben’s echt genossen, Familie und Freunde, die deutsche Bürokratie und die fränkische Heimatkost – genau da fühlen wir uns pudelwohl! Auf Dauer zumindest. Die großen und die kleinen Unterschiede im Alltag, das ist es wohl, was das Reisen für uns ausmacht. Deswegen machen wir’s, um die Natur und die Menschen kennenzulernen, ihr Leben, ihre Leidenschaften, die Mentalität. „Tranquillo und „mañana“, da muss man als Europäer mal einen Gang herunterschrauben, irgendwie funktioniert alles schon – ist nur eine Frage der Zeit und des Anspruchs. Klingt irgendwie ziemlich bös, so ist es aber nicht gemeint. Es ist nur einfach anders! Wir sind sehr froh über diese Erfahrungen, nicht nur über die atemberaubenden Blicke in die amerikanische Natur, sondern auch über die kulturellen Erfahrungen. Auswandern? Nein, keine Option. Weiterreisen? Ja, definitiv!!!

Und so schrauben und werkeln wir gerade mit Blick auf das peruanische Meer, um den Bus fit für Teil 2 unseres Trips zu machen. Wir haben ihm nämlich einen reparierten Turbolader, einen überholten Stoßdämpfer und ein paar neue Lager besorgt, er soll ja an Weihnachten auch nicht leer ausgehen. „Dreckskarre“ wird also weiter Programm bleiben, keine Sorge. Unseren Urlaub vom Urlaub hat der Bus alleine mit Meerblick verbringen müssen, auf einem schweiz-peruanischen Campingplatz in Nordperu. Von hier aus werden wir unsere Reise fortsetzen, über Ecuador und Kolumbien nach Mittelamerika…

Panamericana, Vol. II., let’s get it started!