Teotihuacan, Guanajuato, Zacatecas, Durango – das sind unsere Stopps, die wir auf dem Weg zur Baja California im Norden noch einlegen. Dem stürmischen Wetter sind wir zum Glück entflohen, nur ein wenig Nieselregen begleitet uns beim Besuch der Pyramiden von Teotihuacan, in der Nähe von Mexiko-Stadt. Über die Geschichte und den genauen Zweck der einzelnen Bauten ist wenig bekannt, doch die gigantischen Pyramiden machen ordentlich Eindruck. Vor der Freilegung hätte man die überwachsenen Tempel leicht für Berge halten können.

Die Gold- und Silberminen Guanajuatos machten den Ort lange zur reichsten Stadt Mexikos. Die bunten, restaurierten Häuser reihen sich an Steilhängen auf, der Verkehr wird über Tunnel durch die enge Stadt geleitet, die ursprünglich zur Ableitung von Überschwemmungen dienten. Es macht Spaß, durch die engen Gassen und Tunnel der Studentenstadt zu schweifen, wir probieren uns durch die Markthallen und die Cafés, und schnaufen die steilen Sträßchen auf und ab. Die engste der Gassen, die Callejón del Beso, erzählt von den dramatischen Liebesgeschichten Guanajuatos, von nicht standesgemäßen Beziehungen und deren Liebenden, die sich hier heimlich auf den so nahe gegenüberliegenden Balkonen küssen konnten – mit dramatischen Folgen, wenn sie entdeckt wurden…

Auch in der Silberstadt Zacatecas legen wir einen Zwischenstopp ein und geraten in ein Motorradtreffen. Harley Davidson neben Enduros vor den klösterlichen, roten Steingebäuden der eleganten Stadt, das gibt ein super Bild ab! Wir kaufen Käse und Schokolade und drücken uns in den Tequila-Läden herum. Wir haben immer noch keinen probiert – wir sind absolut keine Tequila-Fans, schon beim Gedanken daran wird’s mir mulmig. Aber irgendwann müssen wir ihn testen, wo wir schon mal hier sind…

Auf den Spuren von John Wayne halten wir in der Umgebung von Durango an den Filmsets in Villa del Oeste und Chupaderos. In einer der Filmstädte findet gerade ein „Gun battle“ statt, zu spanisch vertonter Discomusik hüpfen Cowboys und Indianer mehr oder weniger im Takt auf und ab. Die Zuschauer sind aus dem Häuschen, die Iphones schießen ein Selfie nach dem anderen, es gibt Fleisch-Tacos und bunte Hibiskus-Limonade, Eiscreme und Bier – ein typischer mexikanischer Familiensonntag, grandios!

Auf dem Parkplatz haben wir sofort wieder Besucher, diesmal ausgewaschene VW-Anhänger. Der Papa der mexikanischen Familie springt aus seinem V12-PickUp und präsentiert uns seine Klunker: Halskette, Armreif und ein dicker Ring mit VW-Emblem. Ein echter Fan. Seine Jungs schießen Fotos von „den Männern“ und dem Bus, und zum Abschied drückt er uns einfach so einen 50-Dollar-Schein in die Hand. Echt jetzt?? Ja, für Diesel, weil er das toll findet, was wir da so machen. Und schon schmeißen sie sich wieder in ihr Auto und sind auch schon weg. Huch, was war das denn? Vielleicht sollten wir es doch mal den Argentiniern nachmachen, mit dem Schild im Rückfenster: „Freuen uns über Sprit-Spenden“!