Wir können die „amazings“ schon gar nicht mehr zählen. Jeder würde natürlich sofort den Bus kaufen, hier und jetzt auf dem Parkplatz, für unglaubliche Summen. Klar. Wir bekommen Angebote, Telefonnummern und Einladungen, schlussendlich bleibt es dann aber doch immer beim „würde“. Amerikanische „absolutely awesome“-Mentalität. Wenn man da wie wir mit einem recht deutlichen „Nein“ für eine Verneinung und einem knirschenden „Passt scho“ für eine Zusage aufgewachsen ist, wird man sich damit wohl immer schwer tun. Jedenfalls will das mit dem Busverkauf nicht so recht angehen. Und gerade in Kalifornien kommen wir nicht richtig weiter, keiner möchte sich die Importation eines deutschen Autos und die ziemlich strenge kalifornische KfZ-Zulassung aufhalsen. Also setzen wir unseren Trip fort, wir fahren einmal schnurstracks ans andere Ende der USA. Das letzte Ziel unserer Reise ist nämlich die Tampa Bay, dort wollen wir Tobi’s Cousin plus Familie besuchen.

Vier Tage dauert es, bis wir dort ankommen. Sämtliche Sehenswürdigkeiten unterwegs lassen wir links liegen, nur Pinkel- und Snackpausen sind erlaubt. Unsere Reiselust ist schon so weit geschrumpft, und unsere Köpfe sind sowieso nur noch mit der Frage beschäftigt, wie und wo wir den Bus verkauft bekommen, oder ob wir ihn nun doch nach Hause schippern.

Einen einzigen Stopp legen wir ihn Houston ein. Das Space Center wollen wir uns nicht entgehen lassen. Und es lohnt sich, fast einen Tag lang streifen wir über das Gelände, durch die Ausstellungen, die Kontrollzentralen und die SpaceShuttles.

Für 2 Jahre lang war der Syncro unser Zuhause, und für noch längere Zeit Gesprächsthema und Sparbüchse Nummer Eins. Damit soll jetzt Schluss sein. Immer wieder muss ich eine Träne verdrücken, wenn wir gefragt werden, ob es nicht komisch sei, das Auto nun nach so langer Zeit abzugeben. Schlimm, wie man Autos personalisieren kann! Aber kuckt doch, wie traurig er jetzt da drüben steht und uns vorwurfsvoll ansieht! Nein, Schluss mit der Gefühlsduselei, er muss echt weg. Hat einige Zeit gebraucht, bis wir das verstanden haben. Aber das Reisefieber ist gestillt, das Heimweh groß und der Geldbeutel erschreckend leer. Ein klitzekleines Startkapital soll her.

Erst gibt es aber ein großes Wiedersehen mit Tobi’s Familie. Wir versuchen, die Regeln des Baseball zu verstehen, feiern das erste Mal Thanksgiving und verdrücken viel zu viele Omelettes. Danke, Familie Tucker, für die zusätzlichen, köstlichen Kilos!

Und endlich dürfen wir mal wieder die Kite-Sachen auspacken. Die Tampa Bay erweist sich mit ihren sandigen Stränden und dem warmen Flachwasser als ultimatives Kite-Ziel.

In Cape Coral treffen wir dann noch Nürnberger Freunde in ihrem Urlaub. Ein paar Tage mit bekannten Gesichtern, White Russian, Männergolf und Minigolf, und schon wird das Heimweh noch größer!

Aber ein bißchen Arbeit steht ja noch auf dem Programm. Wir bereiten den Bus vor, wieder bekommt er eine Rundumpflege und nochmal ein Fotoshooting. Jetzt wollen wir ihn nämlich mit Hilfe von Tobi’s Cousin auf einer Online-Auktion für Classic Cars versteigern. Dann lasst mal sehen, liebe Amerikaner, was euch die vielen Awesomes und Amazings wirklich wert sind!